Mittwoch, 2. Juli 2008

2.4.67

Die KPD der Bundesrepublik denkt daran, um Wiederzulassung einzukommen. Ihre Chancen wären jetzt wahrscheinlich nicht schlecht. Da ist es denn höchste Zeit, daß sich die Aktionsgemeinschaft für eine sozialistische Opposition (ASO) daran macht, Anhänger zu werden, sonst wählen die intellektuellen Unzufriedenen demnächst KPD, ganz zu schweigen von den unzufriedenen Arbeitern. -
Chinas Kulturrevolution ist aus den Schlagzeilen verschwunden, Nordvietnam erscheint dort nur noch selten. Aktueller sind jetzt das Nonproliferationsabkommen f. Atomwaffen, mit dessen Entwurfsfassung die Bundesrepublik (ja, auch die öffentl[iche] Meinung) sehr unzufrieden war (inzwischen auch schon einige Zeit her), der geplante EWG-Beitritt Englands (immer wieder mal aktuell) und die Reise des Vizepräsidenten der USA Humphrey nach Europa, der die transatlant. Beziehungen verbessen will. Gestern begann die Synode der EKD. Die westl. Teilnehmer i. Westberlin, die anderen auf Grund Eingreifens der DDR-Regierung nicht in Ostberlin, sondern in Fürstenwalde.. -
Die "Härtestelle" für Passierscheine besteht auch ohne offizielle Abmachungen weiter.
Wenn Ereignisse hier nicht erscheinen, so ist das nicht darauf zurückzuführen, daß sie nicht von mir bemerkt würden, sondern nur daß sie nicht außergewöhnlich wichtig erscheinen und daß ich abgelenkt bin (z.B. durch Referate) oder nach ESW gefahren und das Heft nicht mitgenommen habe. -
Konkret vermerkt seien hier noch: Führungskrise in der NPD: Thielen (verhältnismäßig gemäßigt) setzt Thadden ab, Thadden erreicht beim Vorstand Absetzung Thielens, der wird durch Gerichtsurteil als Vorsitzender bestätigt, Vorstand fordert daraufhin, daß er sich als Vorsitzender nur noch in Absprache mit bestimmten Vorstandsmitgliedern äußern dürfe. (inzwischen einige Zeit her) -
Diskussion (Krise?) in der FDP: Schatzmeister Rubin hat erklärt, man solle doch die DDR de facto anerkennen und auch die Oder-Neiße-Grenze. Von den führenden Vertretern der FDP scharf verurteilt, Angriffe von Seiten der anderen Parteien auf die FDP, weil diese Äußerungen mögl. waren und wegen des Schol[l]wer-Papiers einer Diskussionsgrundlage über die Deutschlandpolitik der FDP, die aus dem internen Geschäftsbereich in die Öffentlichkeit gelangte. - Morgen beginnt der Parteitag der FDP.

1 Kommentar:

Fontanefan hat gesagt…

Mit der "Aktionsgemeinschaft" meinte ich die "Arbeitsgemeinschaft Sozialistische Opposition", die im Dezember 66 in Marburg gegründet worden, deren Name mir aber nicht geläufig war.