Freitag, 1. August 2008

22.3.68

Weiterhin eindrucksvolle Studentendemonstrationen in Polen, besonders in Warschau.
Pläne Novotny, Staatspräsident der CSR, abzusetzen. Nasser hat sein Kabinett durch Professoren erweitert. Verstärkung der Mitte Ausschluß der Rechten und der Linken. Beibehaltung von Außen- und Kriegsminister.

21.3.68

4:30 MEZ haben israelische Truppen die jordanische Grenze überschritten in Vergeltung der Terrorakte, die die jordan. Regierung nicht verhindert habe.

8.3.

Verluste im Vietnamkrieg auf amerikan. Seite inzwischen größer als im Korea-Krieg

beigelegter Zettel mit Datum 4.3. [68? mit Bleistift ergänzt]
Spiegel: Vietnamkrieg kann nach Chef des US-CIA R. Helms nicht mehr gewonnen werden.
Nackter-Affe-Serie im Stern
Lelate [?] in Hamburg, Künstler-Ball
Butterberg, Steuern bis 25 Pf. pro 1/2 Pfd. Marg. geplant v. Höcherl abgelehnt
brit. Verkehrsministerin von Studenten entführt
Kafka-Schloß-Verfilmung Maximilian Schell als K.
VDS-Tagung in Süddter Z.

17.3.

Goldkrise. Spaltung des Goldpools heute beschlossen. - Gestern hat Robert Kennedy die Kandidatur für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen übernommen. - 12. ordentl. Bundesparteitag der SPD, Brandt u. Wehner teils von Demonstranten tätlich angegriffen.

16.2.

Meinungsumfrage durch Wickert-Institut in Tübingen 48% der D[eu]t[sch]en für Einstellung des Vietnam-Krieges

13.2.

Aus einem Film über Vietnam von Rolf v. Hagen: „Der unerklärte Krieg“ im Fernsehen geht hervor: Kennedy hat zwar Militärberater nach Süd-Vietnam geschickt, doch sah schon er die Situation Amerikas an dieser Stelle sehr kritisch. Er ließ daher auch den Sturz Diems zu und versuchte, nicht über militärische, sondern über politische Wege zu einer Lösung zu kommen. Daß er aber dennoch auch nach dem Sturz Diems seine Militärberater nicht zurückzog, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß es sich nach dem Debakel in der Schweinebucht keine weiteren Mißerfolge leisten konnte und nach der Stärkung seines Ansehens im Laufe der Kubakrise nicht mehr die Zeit dazu fand, auch in Vietnam die Verhältnisse zu regeln. [Ein schwaches Argument allerdings, denn danach war noch einige Zeit. Beachtenswert immerhin die Feststellung, der ich Glauben schenke, daß er gegen eine Intervention der USA war.] [...]

7.2. 68

Pueblo-Affäre: Ein amerikan. Nachrichtenschiff vor der nordkoreanischen Küste wurde aufgebracht. Dabei ist nicht gesichert, daß es außerhalb der 14-Meilen Hoheitszone war, so daß es unrechtmäßig aufgebracht worden wäre. Verhandlungen über die Auslieferung der Besatzung laufen (i Panunion [Panmunjeom])
In Südvietnam weiter heftige Kämpfe mit Erfolgen der Vietcong. Sie bereiten eine Abstimmung der Landbevölkrung Südvietnams vor, ob sie unter der bisherigen Regierung oder unter der FNL leben wollen.
Lage der USA scheint ungünstiger denn je. Es scheint kaum denkbar, daß sie mit so wenige[m] Gesichtsverlust aus diesem Krieg hervorgehen könnten, wie es etwa vor 2 Jahren, als sie schon heftig wegen des Krieges angegriffen wurden, es hätten tun können. - Diplomatische Beziehungen Dtls zu Jugoslawien seit 31.1.68.

1.2.

Offensive der Vietcong in Südvietnam. Weiteres Vordringen. Die Amerikaner sehen sich genötigt Teil von Saigon zu bombardieren, um die Vietcong daraus zu vertreiben. - In DDR neuer Verfassungsentwurf vorgelegt.

25.1.

In der DDR ist in diesen Tagen das neue Strafrecht beschlossen worden.

17.1.1968

Meldungen, daß gewisse Verhandlungsbereitschaft Nord-Vietnmas. Doch immer noch als erstes Einstellung der amerikan. Bombenangriffe auf Nord-Vietnam ohne Gegeneistung gefordert. - Sowjetische Flieger im Einsatz in Jemen: Syrien und Ägypten besitzen inzwischen Raketen. -
In Hochschulpolitik einiges los. Als Fachgruppensprecher f. Geschichte ziemlich hineingezogen; aber es ist zu viel, als daß man alles berichten könnte.
Englands Rücktritt von Verpflichtungen östlich von Suez bereitet Amerika Schwierigkeiten. Man glaubt aber, das "Vakuum" füllen zu müssen.